Ein hilfreicher Tipp: Grammatikregeln visualisieren


 
von Christine Tettenhammer
 
Die Evolution hat den Menschen gelehrt, visuelle Reize mit (oft lebenswichtigen) Informationen und Verhaltensmustern zu verknüpfen. Bilder werden vom menschlichen Gehirn schnell und zuverlässig gespeichert und auch gelernt.
 
Diese Fähigkeit des menschlichen Gehirns sollten Sie sich auch beim Arbeiten mit Grammatik und Lernen der Regeln zu Nutze machen.
 
Jede Regel, jeden Merksatz und jedes Beispiel werden Sie sich schneller und dauerhafter merken, wenn Sie diese als Bild, Symbol oder mit Farben illustriert aufnehmen.
 
Sie haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Grammatik zum Lernen sinnvoll aufzubereiten:
 
  • Sie können zum Beispiel alle Regeln und Merksätze in einer bestimmten Farbe (zum Beispiel in rot) markieren.

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  • Wenn Sie die Konjugation (Flexion, Beugung) von Verben lernen: Markieren Sie die Endung mit einem Textmarker. Sie können die Flexionsendung auch unterstreichen. Wichtig ist, dass Sie sie vom Wortstamm abgrenzen.

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  • Wenn Sie sich den Satzbau einer Sprache erarbeiten:
  • Schreiben Sie sich einen Satz auf, den Sie untersuchen möchten. Markieren Sie jede Wortart mit einen anderen Symbol. Die Verben umkreisen Sie zum Beispiel. Um jedes Substantiv setzen Sie ein Rechteck. Mit Dreiecken markieren Sie die Adjektive.
    Bearbeiten Sie mehrere Sätze auf diese Art.
    So erkennen Sie nun auf einer abstrahierten Ebene die Struktur der Sprache. Sie können zum Beispiel nun schnell untersuchen, ob das Verb in dieser Sprache immer am Ende eines Satzes zu finden ist, oder nicht.

     
  • Erfinden Sie Ihre eigenen Symbole!
  • Wenn in dem Lehrwerk, mit dem Sie arbeiten keine Farben oder Kennzeichnungen zu finden sind: Erfinden Sie sich Ihre eigenen Symbole! Bearbeiten Sie nun jedes Kapitel auf Ihre Art.
    Schnell werden Sie merken, dass Sie sich vor allem die Inhalte schnell merken können, zu denen Sie sich selbst Gedanken gemacht haben.
     
  • Machen Sie abstrakte Zeichnungen!
  • Versuchen Sie die Regeln Ihres Lehrwerkes in Zeichnungen und Bildern zu abstrahieren.

     
  • Wenn Sie einen Text aus der Fremdsprache ins Deutsche übersetzen, so ist es wichtig, dass Sie die zeitliche Struktur des Textes erfassen. Markieren Sie nun zum Beispiel alle Verbformen im Präsens (der Gegenwart) in blauer Farbe. Alles, was in der Vergangenheit stattfindet, wird in grün gekennzeichnet. Die Zukunft mit rot angestrichen.
  • So können Sie schnell analysieren, ob in diesem Text zuerst eine Handlung in der Vergangenheit stattfindet (viele grüne Markierungen). Diese Handlungen haben dann Auswirkungen auf die Zukunft (später Wechsel zu mehrheitlich roten Kennzeichnungen).
     
  • Benutzen Sie visuelle Metaphern:
  • Wenn Sie auf ein Bild stoßen, das besonders gut zu einem Grammatikphänomen passt, so zeichnen Sie dieses neben Ihre Regeln und Aufzeichnungen. Visualisieren Sie zum Beispiel die Steigerung von Adjektiven mit einem hohen und steilen Berg, den Sie neben die Regel zur Steigerung malen.
    Verwenden Sie dieses Bild natürlich nur, wenn es Ihnen passend und einleuchtend erscheint.
     
  • Sammeln Sie Bilder:
  • Wenn Sie in einer Zeitung oder einem Magazin ein Bild finden (das kann auch eine Graphik, eine Zeichnung oder eine Karikatur sein), das Ihrer Meinung nach ein Problem gut auf den Punkt bringt, schneiden Sie dieses aus. Legen Sie diese visuellen Stützen zu den entsprechenden Lernunterlagen und nehmen Sie diese immer wieder heraus, wenn Sie sich mit diesem Thema beschäftigen.
     
    Bitte beachten Sie:
     
    Wenn Sie einmal eine Art der Bearbeitung oder Markierung gefunden haben, mit der Sie gut lernen können: Bleiben Sie dabei und bereiten Sie Ihren Lernstoff immer einheitlich auf. Das wird Ihnen helfen auch weitere Fremdsprachen schnell zu lernen.
     
    Viel Spaß beim Umsetzen dieser Tipps wünscht Ihnen
     
    die Redaktion von Sprachenlernen24
     

     
     

    Über die Autorin

    Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
     
    Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
     
    Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
    Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
    In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
     
    Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
     
    Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
    Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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