Wie viele Wörter sollte ich können?


 
von Christine Tettenhammer
 
Im vorangegangenen Artikel haben wir betont, wie wichtig es beim Sprachenlernen ist, den Wortschatz der Fremdsprache zu lernen und ständig zu wiederholen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, zu welchem Zeitpunkt des Lernens man wie viele Wörter beherrschen sollte. Um diese Frage sinnvoll beantworten zu können, muss man zunächst zwischen aktivem und passivem Wortschatz unterscheiden.
 
Der aktive (oder auch: produktive) Wortschatz ist der kleinere der beiden. Er umfasst jene Wörter, die man als Lerner einer Fremdsprache in seinem Sprechen aktiv benutzen kann um daraus Sätze zu bilden. Als deutscher Muttersprachler hat man im Schnitt 12.000 Wörter in seinem aktiven Wortschatzspeicher.
 
Aber Achtung!
Dies ist nur der Durchschnitt. Je nach Person schwankt der individuelle Wert zwischen 2.000 Wörtern und 20.000 Wörtern, die im aktiven Wortschatz abgespeichert sind und benutzt werden können.
 
Der passive (oder auch: rezeptive) Wortschatz dagegen, ist viel größer:
Zum rezeptiven Wortschatz zählen alle Wörter, die man als Lerner verstehen kann, wenn man sie liest oder hört. Der rezeptive Wortschatz eines Deutschen kann bis zu 100.000 Wörter umfassen.
 
Wenn Sie eine Fremdsprache lernen, so sollten Sie als Anfänger (in der Grundstufe) 1.300 bis 2.000 Wörter lernen. Man geht in der Sprachforschung davon aus, dass man mit einem Grundwortschatz von 2.000 wichtigen Wörtern die meisten Gespräche im Alltag bestreiten kann.
 
Als Lerner in der Mittelstufe sollten Sie Ihren Wortschatz aufstocken und zwischen 3.000 und 4.000 Wörtern beherrschen.
 
Fortgeschrittene schließlich, die sich mit ihrem Wissen zur Oberstufe rechnen dürfen, verwenden Sie bis zu 6.000 Wörter der Fremdsprache im aktiven Wortschatz.
 
Gerade zu Beginn des Lernens ist es leicht, beim Vokabellernen schnell motivierende Erfolge zu erreichen: Sie sollten insbesondere am Anfang genau darauf achten, dass Sie vorwiegend Vokabeln und Redewendungen lernen, die Sie häufig anwenden können. Dabei sollten Sie ganz subjektiv aussortieren und beim Lernen immer wieder aufs Neue entscheiden: Brauche ich dieses Wort wirklich zu wissen? Oder kann ich es vielleicht gar nicht oft benutzen, da es für meine Bedürfnisse keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt? - Wenn Sie sich diese beiden Fragen regelmäßig stellen, werden Sie nur Wörter und Wendungen lernen, die Sie wirklich benötigen.
 

 
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Über die Autorin

Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
 
Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
 
Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
 
Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
 
Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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