Die Phasen des Erstspracherwerbs – Teil 1: von der Geburt bis zum 18. Monat


 
von Daniela Müller
 
Der Erwerb der Muttersprache ist etwas sehr Faszinierendes!
 
Während für uns Erwachsene das Erlernen einer neuen Sprache viel Arbeit und Durchhaltevermögen erfordert, erlernen Kleinkinder ihre Muttersprache scheinbar wie von selbst.
 
Bereits im Bauch der Mutter beginnen die ersten Phasen des Erstspracherwerbs. Ab der 25. Schwangerschaftswoche bildet sich das Hörorgan aus und ab diesem Moment nimmt der Fötus bereits die Stimme der Mutter wahr – zwar hört er sie nur gedämpft, gleichsam scheint er sich aber bereits die Sprachmelodie einzuprägen.
 
So haben Untersuchungen gezeigt, dass bereits wenige Tage alte Säuglinge diejenige Sprache bevorzugen, die die Mutter spricht.
 
So kommt es, dass die Neugeborenen direkt nach der Geburt die Stimme ihrer Mutter und deren Sprache wiedererkennen - genauso wie Geschichten oder Melodien, die ihnen während der Schwangerschaft erzählt oder vorgesungen wurden.
 

Geburt bis zum 18. Monat: Vorbegriffliches

Dass Sprache bereits kurz nach der Geburt eine große Rolle im Leben der Säuglinge spielt, ist freilich nicht durch Antworten der Kinder auszumachen. Jedoch zeigt ihre Körpersprache, z.B. ihr Lachen oder Weinen, dass bereits Säuglinge auf die Worte ihrer Bezugspersonen reagieren.
 
So verwenden die Kleinen zur ersten Kommunikation motorische Fertigkeiten, bevor sie sich phonetische Fähigkeiten aneignen.
 

Die „Lallphase“ in den ersten acht Wochen

In den ersten 8 Wochen durchleben Babys ihre erste „Lallphase“.
 
Sie beginnen Intonationsmuster zu lernen und erzeugen dabei ihre ersten Laute wie Gurgeln, Schmatzen oder Schreien. Durch die Reaktionen der Umgebung auf diese Geräusche lernen die Babys die kommunikative Funktion der Sprache kennen und das Schreien wird somit differenzierter.
 
Außerdem verfeinern Babys in den ersten Wochen ihres Lebens auch ihre Hörfähigkeiten, wobei sie immer auf der Suche nach den Quellen der Geräusche ihrer Umgebung sind.
 
Durch diese zwei Phasen lernt das Kind später nicht nur den Inhalt der Worte, sondern auch noch die motorischen Äußerungen seines Gegenübers zu interpretieren und darauf angemessen zu reagieren.
 
Damit die Kinder besser in der Lage sind auch nonverbale Kommunikation aufzuschnappen, ist es wichtig, dass die Eltern ihnen so oft wie möglich zeigen, worüber sie gerade sprechen.
 

Die zweite Lallphase – Ihr Kind spricht die ersten Silben

Währen der zweiten Lallphase (5.-6. Monat) probieren die Säuglinge die ersten Silben und die verschiedenen Lautkombinationen, wobei solche „Worte“ wie „Wawawa“, „Bababa“ entstehen.
 
Treten beim Lallen erste Störungen auf, kann dies möglicherweise ein guter Indikator für spätere Sprachstörungen sein.
 

Die „Einwortphase“ von zehnten bis zum zwölften Monat

In der sogenannten Einwortphase (10.-12. Monat) erfolgt dann ein weiterer Ausbau der Sprache.
 
Die Babys sind nun in der Lage Ein-Wort-Sätze zu bilden. Sie benennen damit Wünsche, Gefühle, Gegenstände, Personen etc., wie beispielsweise „Aam“ (= Ich will auf den Arm genommen werden), „Da!“ (=Da ist ein Hund, Auto etc.).
 

 
Hat Ihnen der erste Teil gefallen?
 
Dann besuchen Sie in den nächsten Wochen wieder unsere Seite: Wir werden Ihnen dann den kindlichen Spracherwerb von 18 Monaten bis vier Jahren vorstellen.
 
In den kommenden Wochen können Sie zudem viele weitere Artikel lesen, die sich mit dem Erwerb der Muttersprache befassen.
 

 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Deutsch (Oberbayrisch), Englisch, Italienisch, ein bisschen Schulfranzösisch und Anfängerschwedisch
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Wegen meines Studiums versuche ich jeden Tag mein Englisch und Italienisch zu verbessern.
 
3. Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
USA: hab Freunde in Denver, Colorado besucht.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Noch nichts geplant .... evtl. Italien oder wieder USA ... mal schaun
 
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Keine Ahnung ... habe noch keine Sprachen via das WWW gelernt; benütze gerne Wikipedia, um mich über Sprachen zu informieren
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Aloha = hawaiianisch für „Hallo/ Tschüss/ Liebe“
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Fällt mir grad keines ein
 
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Nomen
 
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Sich so viel wie möglich mit einer Sprache beschäftigen, z.B. indem man Bücher in der Fremdsprache liest oder Filme in der Fremdsprache ansieht
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
„In bocca al lupo“ = ital. für “Hals und Beinbruch/ Viel Glück”
 
She sells sea shells on the sea shore;
The shells that she sells are sea shells I'm sure.
So if she sells sea shells on the sea shore,
I'm sure that the shells are sea shore shells.
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Weiß ich gar nicht mehr .... wahrscheinlich „Mama“;
Den ersten Satz, den ich in Englisch in der 5.Klasse gelernt hab war „Hello, I´m Kevin Connor. I´m from Hatfield. Hatfield is near London.“
 
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Ich bin ein sehr wissbegieriger Mensch, der sich für Vieles interessiert und viele Sachen ausprobieren will.
 

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