Internationale Bräuche – Valentinstag


 
von Christina Peter
 
Der von uns am 14. Februar gefeierte Valentinstag gilt bei den meisten als Erfindung der Blumenindustrie. Dies ist nicht ganz richtig: Es gibt Überlieferungen, nach denen der Ursprung des Valentinstags viele Jahrhunderte zurückreicht.
 
Eine Erzählung, die auch den Namen erklärt, führt die Tradition auf den Bischof und Märtyrer Valentin von Terni zurück, der etwa 300 n. Chr., der viele Verliebte christlich getraut hatte und ihnen anschließend Blumen aus seinem Garten schenkte.
 
Die ersten Anzeichen für die Feier eines Valentinstags im angelsächsischen Sprachraum gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück, als der bekannte Dichter Geoffrey Chaucer das Gedicht "Parlament der Vögel" für eine Valentinsfeier am Hof des englischen Königs Richard II. schrieb, in dem von Vögeln erzählt, die sich an diesem Tag zur Partnersuche bei den Naturgöttern versammeln.
 
Vermutlich deshalb wird in westslawischen Gebieten und auch in Teilen Ostdeutschlands in der Zeit um den Valentinstag die "Vogelhochzeit" gefeiert, zu der das bekannte gleichnamige Volkslied gehört.
 
Der Brauch des Valentinstags gelangte von England aus in die damalige Kolonie Amerika und von dort Ende des zweiten Weltkriegs durch die amerikanische Besatzung nach Deutschland. Der erste Valentinsball fand daher 1950 in Deutschland statt. Populär wurde der Brauch dann durch die umfangreiche Werbung der Blumen- und Süßigkeitenindustrie.
 
Während in den westlichen Ländern am Valentinstag traditionell die Männer ihre Frauen beschenken, ist es in Japan genau anders herum: Die Frauen beschenken an diesem Tag ihre Männer und männlichen Arbeitskollegen mit Schokolade. Dafür bekommen sie einen Montag später, am so genannten "White Day", weiße Schokolade von ihnen zurück.
 
In Finnland verbindet man den Valentinstag eher mit platonischer Liebe und feiert ihn daher als Freundschaftstag. Hier verschickt man an meist anonym kleine Geschenke an Menschen, die man gern hat.
 
In China gibt es zwar keinen Valentinstag, aber ein vergleichbares Fest namens "Qixi", das Fest der Liebenden. Nach einer alten chinesischen Legende ist dies der eine Tag im Jahr, an dem zwei Liebende zusammenkommen können: Ein Hirtenjunge und ein Webermädchen, die heute zwei durch die Milchstraße getrennte Sterne sind. Es fällt nach dem chinesischen Mondkalender auf den 7. Tag des 7. Monats, was einem Tag im August entspricht.
 
In islamischen Ländern hingegen, wie etwa Saudi-Arabien, sind aus dem Christentum entstandene Feiertage wie der Valentinstag als "religiöse Neuerungen" verpönt und sogar offiziell verboten.
 
 

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