„Unsere Leseempfehlungen für verschiedene Niveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“


 
von Christine Tettenhammer

 
Es ist eine feine Sache, eine Sprache mit einem Lehrbuch zu lernen. Aber eine noch feinere Sache ist es, diese Sprache mit authentischen Texten zu lernen.
 
In einem Lehrbuch finden Sie Texte, die genau dem Niveau Ihrer Sprachbeherrschung angepasst worden sind. Sie lernen mit jedem dieser Texte eine überschaubare Anzahl von neuen Wörtern und nur einen kleinen Teil aus der Grammatik der fremden Sprache kennen. Gerade am Anfang Ihres Lernens sollten Sie deshalb mit den Lehrbuchtexten beginnen und sich zunächst auf diese konzentrieren.
 
Sobald Sie sich aber einen kleinen und soliden Grundwortschatz aufgebaut haben, sollten Sie damit beginnen, neben den Lehrbuchtexten auch „normale“ Texte zu lesen – wie Sie Ihnen im Alltag überall begegnen. Denn gerade das Lesen und Verstehen solcher Texte muss man trainieren – je eher Sie damit anfangen, desto motivierter werden Sie weiterlernen.
 
In den folgenden Abschnitten haben wir unsere Empfehlungen für Lerner auf unterschiedlichen Lernstufen zusammengestellt. Wir orientieren uns bei diesen Empfehlungen am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, der in sechs unterschiedliche Niveaus unterteilt ist.
 

Unsere Lese-Empfehlungen für das Niveau A1 und A2

Beginnen Sie mit Werbetexten und Schlagzeilen:
Dieser Ratschlag mag im ersten Moment komisch klingen.
 
Aber überlegen Sie mal: Werbetexte sind kurz – das heißt für Sie, dass Sie es gerade am Anfang Ihres Lernprozesses mit nur wenigen Wörtern zu tun haben. Werbetexte und Schlagzeilen sollen das Interesse der Leser fesseln.
 
Sie werden dort also nur auf Wörter und Begriffe treffen, die von vielen verstanden werden. Sie lernen demnach nur Wörter, die häufig verwendet werden. Außerdem lernen Sie eine Verbform, die Sie immer wieder im Alltag brauchen werden – den Imperativ (die Befehlsform).
 
Beginnen Sie also sofort mit dem Studieren von Anzeigetafeln! Starten Sie mit dem Lesen von Schildern und arbeiten Sie sich dann über Plakate und Anzeigetafel vor zu Werbekatalogen.
 
Comics und Kinderbücher lesen:
Ein guter Einstieg in das Lesen von Texten in einer Fremdsprache sind Comics. Jeder von Ihnen hat doch bestimmt eine Comic-Serie, die er als Kind besonders geliebt und jedes neu erschienene Bändchen sehnsüchtig erwartet und dann sofort verschlungen hat.
 
Wie wäre es mit einem Wiederbelebungsversuch dieser alten Liebe in einer fremden Sprache? Die Abenteuer von Tim und Struppi wurden beispielsweise in 90 Sprachen übersetzt. Die Geschichten der beiden Gallier Asterix und Obelix kann man sogar in über 100 Sprachen lesen.
 

Unsere Lese-Empfehlungen für das Niveau B1 und B2

Lesen von Boulevardzeitungen:
Gerade Boulevardzeitungen sind für Lerner zu Beginn des B-Niveaus die perfekte Lektüre. Diese Zeitungen berichten in der Regel über Themen, die ganz nah an den Erfahrungen des Alltags sind. Der Wortschatz ist relativ einfach. Die Sätze sind kurz und gut zu verstehen und die vielen bunten Bilder helfen wirklich dabei, den Text noch besser zu verstehen.
 
Hier finden Sie einige Linktipps:
 
  • Für alle, die Englisch lernen, ist ein Blick in die Sun interessant.
  • Wer Französisch lernt, kennt bestimmt die Webseite von Le Parisien.
  • Lernen Sie Russisch? Kennen Sie schon die Seite von Komsomolskaja Prawda.
  • Den Schwedisch-Lernern möchten wir Expressen vorstellen.
  • Alle, die sich mit Türkisch beschäftigen, lesen die Hürryiet.
Erweitern Sie Ihren Wortschatz mit Wikipedia:
Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia sammelt und speichert das Wissen dieser Welt nicht nur auf Deutsch oder Englisch, sondern in allen Sprachen dieser Welt.
 
Auf Englisch können Sie über drei Millionen Artikel finden, aber auch auf Japanisch, Niederländisch, Polnisch oder Spanisch warten über eine halbe Million Einträge darauf, von Ihnen gelesen zu werden.
 

Unsere Lese-Empfehlungen für das Niveau C1 und C2

Ein besonderer Genuss: Romane in der Fremdsprache lesen!
Für alle fortgeschrittenen Lerner ist es ein wirklich tolles und absolut beflügelndes Erlebnis, den ersten Roman in der Fremdsprache zu lesen und zu verstehen. Achten Sie bei der Auswahl aber gerade anfangs darauf, dass Sie sich für Autorinnen und Autoren entscheiden, die das Buch in dieser Sprache verfasst haben.
 
Ersparen Sie sich bei dieser ersten Lese-Erfahrung viel Frustration – lesen Sie keine Übersetzungen. Wenn Sie zum Beispiel Kroatisch lernen, könnten Sie Bücher von Josip Kozarec, Vladimir Nazor oder August Šenoa lesen – und nicht die Übersetzung eines Goethe-Textes ins Kroatische.
 
Allen, die nun auf die Suche nach Lektüre gehen möchten, empfehlen wir die Seiten des Projekts Gutenberg. Dort finden Sie eine umfangreiche Sammlung von Originaltexten zum kostenlosen Lesen.
 
Für alle, die Englisch lernen: Wie wäre es denn, wenn Sie noch heute damit anfangen dem großartigen amerikanischen Autor Mark Twain zu huldigen, indem Sie The Adventures of Huckleberry Finn beginnen zu lesen und eintauchen die Welt eines kleinen Jungen am Mississippi.
 
Lesen wissenschaftlicher Texte und Fachmagazine
Auf diesem fortgeschrittenen Niveau sind Sie in der Lage, die Fremdsprache gewinnbringend in Ihrem Beruf einzusetzen. Vielleicht kennen Sie ja Fachmagazine, die in der Fremdsprache erscheinen? Oder Sie haben von einer wissenschaftlichen Publikation zu „Ihrem“ Thema in dieser Sprache gehört?
 
Erschließen Sie sich gezielt die neuen Fortbildungs- und Recherchemöglichkeiten, die sich Ihnen nun mit dieser neuen Fremdsprache bieten.
 
Im nachfolgenden Kapitel lesen Sie ein interessantes Beispiel, wie man sich Texte in der Fremdsprache erarbeiten kann:
Sie lernen die W-Fragen kennen.
 

 

 
 

Über die Autorin

Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
 
Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
 
Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
 
Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
 
Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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