Welche Sprachen sind für Deutsche leicht zu lernen?


 
von Christine Tettenhammer
 
Wenn man mit dem Gedanken spielt eine neue Sprache zu erlernen, dann hat man oft einen ganz konkreten Anlass oder eine besondere Motivation, sich mit dieser neuen Sprache zu befassen. Vielleicht haben Sie Freunde gefunden, die diese Sprache sprechen oder Sie kommen beruflich viel mit Menschen aus diesem Land zusammen.
 
Wenn Sie aber gerade auf der Suche nach einer "neuen" Sprache für sich sind, aber noch nicht entschieden haben, welche Sie erlernen möchten, so finden Sie hier nützliche Hinweise, welche Sprachen für deutsche Muttersprachler schnell und leicht zu erlernen sind.
 

Das leicht zu lernende liegt so nah...

Studien zum Fremdsprachenerwerb haben gezeigt, dass man innerhalb einer Sprachfamilie schnell eine neue Sprache lernen kann. Welche Sprachen sind nun mit dem Deutschen verwandt?
 
Das Deutsche zählt zur Familie der indogermanischen Sprachen.
Da aber auch Hindi, Persisch, Lettisch und Russisch zu dieser Sprachfamilie gerechnet werden muss man den Kreis etwas enger ziehen und sich auf Sprachen in direkter Verwandtschaft mit dem Deutschen beschränken.
 
Und an dieser Stelle wollen wir nicht behaupten, dass diese Sprachen für einen deutschen Muttersprachler sehr leicht zugänglich seien. Diejenigen Sprachen, die sehr eng mit dem Deutschen verwandt sind, sind die germanischen Sprachen.
 
Neben Deutsch zählt man Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Färöisch, Jiddisch und auch Afrikaans zu den germanischen Sprachen.
 
Studien zum Lernerfolg von deutschen Muttersprachlern konnten belegen, dass diese sich mit Englisch als Fremdsprache am leichtesten tun.
Nicht zuletzt auch deswegen, weil die englische Sprache auch im deutschen Alltag mittlerweile omnipräsent ist. Nach Englisch finden Deutsche auch schnell Zugang zum Niederländischen.
 
Ins Norwegische und Schwedische findet man gerade am Anfang der Lernzeit ebenfalls schnell hinein. Den großen Vorteil, den man beim Lernen anfangs nutzen kann, sind die Überschneidungen im Wortschatz dieser Sprachen. Vieles wird Ihnen zumindest beim Lesen bekannt vorkommen.
Beim Lernen der Grammatik können Sie davon profitieren, dass viele (aber natürlich nicht alle) Strukturen der Sprachen einander ähneln.
 
Zum Beispiel hören Sie, wenn Sie morgens ins Büro kommen, in Schweden ein God morgon! und in Norwegen ein God morgen! - die Übersetzung fällt hier ganz leicht.
 
Wenn Sie sich in den Niederlanden vorstellen, sagen Sie Ik kom uit Duitsland.
Und wenn Sie Ihren Island-Urlaub planen und Ihrem Herbergsvater in der Betreffzeile Ihrer E-Mail schreiben Ég vil bóka: Tveggja manna herbergi, wird er für Sie ein Doppelzimmer reservieren.
 
Dieser Vorteil kann aber - je länger man lernt - auch zu einer Falle für Sie werden. Denn je mehr Sie lernen, desto häufiger laufen Sie Gefahr sich "falsche Freunde" anzulachen. Zum Beispiel ist ein brave girl im Englischen keineswegs ein braves sondern ein mutiges Mädchen.
 
Oder wenn Sie in einem niederländischen Text etwas über koks lesen, dann ist das nicht der Drogenreport der Amsterdamer Polizeibehörde, sondern wahrscheinlich ein Kochbuch, schließlich bedeuten koks auf Deutsch die Köche.
 

Eine nicht-verwandte Sprache lernen - ein Spiel auf Zeit!

Wenn Sie sich für eine Sprache entscheiden, die nicht mit dem Deutschen verwandt ist, wie zum Beispiel eine semitische Sprache (Arabisch oder Hebräisch) oder eine Tonsprache wie Chinesisch, Vietnamesisch oder auch Thai, dann werden Sie gerade zu Anfang deutlich mehr Zeit und Aufwand ins Lernen investieren müssen.
 
Denn hier gilt es, ein vollkommen neues Sprachsystem kennenzulernen und zu verstehen. Oft muss man sich, ehe man mit dem Lernen von Wörtern und Grammatik beginnen kann, in eine vollkommen neue Schrift einfinden und erst einmal Schreiben und Lesen lernen.
 
Aber gerade diese scheinbaren Hürden machen das Lernen einer uns so fremden Sprache spannend und reizvoll. Verschiedene Studien konnten belegen, dass man Sprachen, die man sich mit einem größeren Aufwand aneignen musste, letztlich auf einem höheren Niveau beherrscht.
 
Nicht zuletzt sollten Sie bedenken, wenn Sie ein solches Projekt angehen, dass Sie durch die Beschäftigung mit einer weit entfernten Sprache immer auch vieles Neues über Ihre eigene Muttersprache erfahren.
 
Gerade für das Erlernen von Wortschatz, zu dem man keine Brücken aus der eigenen Muttersprache schlagen kann, hat sich die Assoziationslernmethode als perfektes Hilfsmittel bewiesen. Bei dieser Lernmethode beginnen Sie damit, ein Bild mit dem Klang des Wortes zu assoziieren.
Durch diese Verbindung entstehen oft ganze Lern-Bilder, über die man sich die Wortbedeutung schnell und sicher merken kann.
 
Wir hoffen, dass wir mit diesen kurzen Ausführungen Ihr Interesse beispielsweise für Schwedisch oder Niederländisch wecken konnten.
 
Oder stellen Sie sich der Herausforderung einer Tonsprache wie Chinesisch oder Vietnamesisch?
 
Wenn Sie rasch weitere Sprachen kennenlernen und einen kleinen Sprachvergleich anstellen möchten, dann finden Sie auf der Seite www.weltreisewortschatz.de die 30 wichtigsten Wörter in 60 Sprachen dieser Welt.
 

 
 

Über die Autorin

Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
 
Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
 
Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
 
Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
 
Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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