Beim Lernen neue Wege gehen: Die Loci-Methode


 
von Christine Tettenhammer
 
Heute möchten wir Ihnen eine Lernmethode vorstellen, die von Gedächtnissportlern häufig und erfolgreich benutzt wird:
Die Loci-Methode.
 
Der Name dieser Lerntechnik leitet sich vom Plural des lateinischen Wortes locus – zu Deutsch der Ort ab. Man trifft auf diese Art zu Lernen auch manchmal unter dem Begriff „Routen-Methode“.
 
Diese Mnemotechnik (= Gedächtniskunst) gilt als besonders leicht zu erlernen. Probieren Sie es aus!
 

Werden auch Sie Gedächtnissportler!

Das Grundprinzip der Loci-Methode ist, dass Sie räumliche Vorstellungen mit Informationen verknüpfen. Gehen Sie dabei in drei Schritten vor:
  1. Suchen Sie sich einen Ort bzw. einen Weg aus, den Sie in Gedanken abschreiten möchten. Das kann entweder ein Ihnen wohlbekannter, realer Weg oder ein erdachter aber mit vielen genauen Details versehener Weg sein.
  2. Gehen Sie jetzt den Weg ab und verbinden Sie mit den zentralen und markanten Punkten des Weges die Informationen, die Sie lernen möchten.
  3. Jetzt sind Sie auch schon im Wiedergabe- bzw. Wiederholungsmodus: Gehen Sie den Weg mehrfach ab und rufen Sie die abgelegten Informationen wieder auf.

Warum funktioniert diese Methode so gut?

Mit dieser Methode lernen die Weltmeister im Gedächtnissport. Was ist das Erfolgsrezept dieser Art zu Lernen?
 
Das menschliche Gehirn hat im Lauf der Evolution eine Vorliebe dafür entwickelt, Daten ortsbezogen abzuspeichern. Genau das macht sich die Methode zunutze und verbindet Erinnerungen an Orte mit Informationen, die man sich merken muss.
 

Schon Cicero merkte sich seine Reden mit der Loci-Methode

Aber nicht nur die Gedächtnis-Weltmeister im 21. Jahrhundert feiern mit der Loci-Methode Erfolge – schon Cicero kannte und nutzte diesen Trick um sich seine langen Reden besser einprägen zu können.
 
Sein „Merk-Weg“ verlief durch das Forum Romanum und er konnte sich so die Argumentationsstränge und den Aufbau seiner Vorträge merken.
 

Einsatz beim Sprachenlernen

Nicht für jeden Lerner und jede Art von Informationen ist diese Methode geeignet. Vokabeln aber lassen sich gut damit lernen.
 
Versuchen Sie, wenn Sie den Weg abschreiten und die Informationen aufrufen (d.h. die Vokabeln und ihre Übersetzung), immer auch ein Gefühl oder ein kleine Handlung mit den Informationen zu verknüpfen. Über diese Assoziationen (das können ruhig auch ganz absurde und merkwürdige Verbindungen sein) prägen sich die Lerneinheiten besonders gut ein.
 
Wenn Sie sich gerade mit Grammatik beschäftigen, versuchen Sie doch einmal eine Lerneinheit der Grammatik auf diese Weise zu bearbeiten.
 
Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg beim Lernen!
 

 
 

Über die Autorin

Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
 
Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
 
Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
 
Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
 
Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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