Die Schriften der Welt: Die koreanische Hangeul-Schrift


 
von Christine Tettenhammer
 
Bis Ende des 14. Jahrhunderts schrieb man in Korea alle Texte in chinesischen Schriftzeichen. Im 15. Jahrhundert ließ König Sejong der Große dann eine eigene Schrift ausarbeiten. Ziel seiner Schriftrevolution war es, eine Schrift zu erschaffen, die systematischen Regeln folgt und somit leicht für alle Menschen seines Volkes zu erlernen war.
 
Unter seiner Führung erarbeiteten und verbreiteten die besten Gelehrten des Landes ein Alphabet, das alle Laute der koreanischen Sprache und aller verwendeten chinesischen Lehnwörter sowie die Laute von weiteren Fremdsprachen und sogar Geräusche aus der Natur (wie das Zwitschern eines Vogels oder das Rauschen des Windes in den Baumkronen) wiedergeben konnte. Ergebnis dieser Forschung war die Hangeul-Schrift (oder auch Hangul genannt). Diese Schrift wird bis heute – zwar in einer modernisierten Form – in Korea verwendet.
 
Um Koreanisch lesen, sprechen und verstehen zu können, muss man dieses Alphabet erlernen.
 

Die Buchstaben des Hangeul-Alphabets

Das Alphabet des Hangeul umfasst vierzehn Konsonanten und zehn Vokale.
 
Diese werden immer zu Blöcken (sogenannten Silbenblöcken) zusammengefasst. Dabei werden unterschiedliche Grund-Zeichen systematisch miteinander kombiniert. Dieser Systematik folgend, ähneln sich Silben, die ähnlich ausgesprochen werden, auch im Schriftbild.
 
Die Hangeul-Schrift kann sowohl vertikal als auch horizontal geschrieben werden. Sie werden in Korea beide Arten zu schreiben finden.
 
Lernen Sie nun zunächst die einzelnen Buchstaben kennen, aus denen die Silben der koreanischen Schrift zusammengesetzt werden.
 

Die Zeichen der Hangeul-Schrift

Wie bereits erwähnt, gibt es vierzehn verschiedene Konsonanten im Koreanischen. Dazu müssen Sie noch die zehn Zeichen für die Vokale kennen. Neben diesen Grundformen der Konsonanten und Vokale kommen noch sogenannte Doppellaute vor. Diese Doppellaute können Verdopplungen von Konsonanten oder Vokalen sein.
 
Bei den Konsonanten werden die beiden Zeichen einfach nebeneinander geschrieben. Etwas anders sehen die Doppelvokale des Koreanischen aus. Hier wird ein neues Zeichen geschaffen, das sich zwar stark am einfachen Vokal orientiert, aber doch etwas anders aussieht als zwei hintereinander gestellte Vokalzeichen. Auch in der Aussprache spricht man einen anderen Laut und nicht einfach nur einen verstärkten oder verlängerten, einfachen Vokal.
 
Hier haben wir eine Übersicht über die Zeichen des Koreanischen für Sie vorbereitet. Sie können dieses Blatt ausdrucken und zum Beispiel über Ihrem Schreibtisch aufhängen. Lesen Sie sich die Zeichen immer wieder durch und versuchen Sie sie häufig zu schreiben.
 
Wenn Sie sich diese einzelnen Buchstaben gemerkt haben, können Sie sich daran machen, Koreanisch lesen und schreiben zu lernen. Denn eine jede Silbe der koreanischen Schrift setzt sich aus einzelnen Buchstaben zusammen, die den Anlaut, den Inlaut und den Auslaut einer Silbe beschreiben.
 

Die Kombination der einzelnen Buchstaben zu Silben – Koreanisch schreiben lernen

Die einzelnen Buchstaben, die Sie nun gelernt haben, werden aber nicht einzeln hintereinander geschrieben, sondern immer zu Blöcken zusammengefasst, die eine Silbe darstellen.
 
Dabei gelten die folgenden Regeln:
  • Eine Silbe setzt sich aus einem Konsonanten und einem Vokal zusammen.
  • Eine Silbe beginnt mit einem Konsonanten.
    Ausnahme! Wenn eine Silbe mit einem Vokal beginnt, so schreibt man den stummen Laut ㅇ. Dieser wird in diesem Fall nicht ausgesprochen; er bleibt stumm. Nur am Ende einer Silbe spricht man diesen Laut als [ɳ].
  • Rechts neben oder unter dem Konsonanten oder dem stummen ㅇ schreibt man den Vokal der Silbe.
    Diese Vokale stehen auf der rechten Seiten des Konsonanten: ㅏ,ㅓ, ㅔ, ㅐ, ㅒ, ㅖ, ㅑ, ㅕund ㅣ.
    Diese Vokale stehen unter dem Konsonanten: ㅗ, ㅜ, ㅛ, ㅠ und ㅡ.
    Die übrigen Vokalzeichen sind an beiden Stellen zu finden. Hier kann man keine Regel aufstellen.
  • Wenn eine Silbe aus drei Buchstaben besteht, so wird der dritte Buchstabe unter den Anfangskonsonanten und den Vokal geschrieben.

 
Und nun lassen Sie uns ein wenig das Lesen und Schreiben üben:
 
Schauen Sie sich diese Silbe an: 안.
Hier steht zu Beginn der Silbe der stumme Laut ㅇ. Daneben steht einㅏ[a]. Unter dem [a] steht ein dritter Buchstabe, der Konsonant ㄴ [n]. Wir lesen also [an].
 
Als nächstes untersuchen wir diese Silbe: 녕.
Sie beginnt links mit dem Konsonantenㄴ [n]. Rechts davon steht der Vokal ㅕ[yeo]. Auch in dieser Silbe gibt es einen dritten Buchstaben, den ɳ-Laut (ㅇ) – gesprochen wird er als [ng]. Diese Silbe liest man also als [nyeong].
 
Das dritte Beispiel besteht nur aus zwei Buchstaben: 하.
Auf ein ㅎ [h] folgt ein ㅏ[a]. Wir lesen also [ha].
 
Die vierte Silbe unseres Wortes hat ebenfalls nur zwei Buchstaben: 세.
Auf den Konsonanten ㅅ [s] folgt der Doppelvokal ㅔ [e]. Die Silbe wird [se] ausgesprochen.
 
Zuletzt lesen wir diese Silbe: 요.
Hier lesen wir unter dem stummen Laut ㅇ den Vokal ㅛ [yo]. - Die Silbe heißt also [yo].
 
Jetzt können Sie Ihr erstes koreanisches Wort lesen: 안녕하세요!
 
Es wird [an-nyeong-ha-se-yo] ausgesprochen und heißt auf Deutsch Hallo!.
 
Viel Spaß und Erfolg beim Weiterlernen wünscht die Sprachenlernen24-Redaktion!
 

 
 

Über die Autorin

Christine Tettenhammer ist Chefredakteurin bei Sprachenlernen24.
 
Zusammen mit ihrem Redaktionsteam verantwortet sie den Sprachenlernen24-Blog, betreut die redaktionelle Erarbeitung der Grammatiken und entwickelt neue Softwarekonzepte.
 
Christine hat von 1999 bis 2004 Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert.
Sie ist ausgebildete Sprecherin und leiht all unseren Deutschaufnahmen ihre Stimme.
In ihrer Freizeit findet man Christine auf Münchens ältester, noch spielender Laienbühne.
 
Sie spricht Englisch, Bairisch, Portugiesisch und Spanisch – verfügt außerdem über erweiterte Grundkenntnisse in Französisch, Kroatisch und Chinesisch.
 
Wenn Christine ins Kino geht, schaut sie sich Filme am liebsten im Original an.
Ihre Liebe zu Büchern in der Originalsprache bekommen auch ihre Bücherregale zu spüren, deren Regalbretter nicht nur an deutschen Autoren schwer zu tragen haben, sondern auch reich befüllt sind mit Werken von Burrhus Frederic Skinner, Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Fernando Pessoa, Jorge Amado und vielen anderen.

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