Zwei- und mehrsprachige Kindererziehung – eine Einführung


 
von Christoph Gollub
 
Dieser Artikel ist erster Teil und Einführung in eine Textreihe, die sich mit zwei- und mehrsprachiger Erziehung beschäftigt.
 
In dieser Serie werden aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert sowie Chancen und Risiken einer mehrsprachigen Erziehung aufgezeigt.
 
Wenn Sie selbst mit dem Gedanken spielen, Ihre Kinder nicht nur in einer Sprache aufzuziehen oder sich als Erzieher oder als Lehrer für zweisprachige Erziehung interessieren, werden Sie in dieser Serie natürlich auch eine Reihe hilfreicher Tipps finden, wie Ihre Kinder erfolgreich zwei (oder mehr) Sprachen erlernen können.
 
Zunächst soll aber der Blick darauf gelenkt werden, weshalb gerade in jüngster Vergangenheit bei vielen Eltern ein so großes Interesse an zwei- oder mehrsprachiger Erziehung besteht:
 

Wozu eine mehrsprachige Erziehung?

Dass kleine Kinder zwei (oder sogar mehr) Sprachen gleichwertig bis zu einem hohen (muttersprachlichen) Niveau erlernen können, ist sprachwissenschaftlich unumstritten.
 
Gleichzeitig sind jene zweisprachig erzogenen Kinder, die beide Sprachen hervorragend beherrschen, gegenüber einsprachig aufgewachsenen Gleichaltrigen klar im Vorteil: Hinsichtlich ihrer Intelligenzstruktur, ihrer sozialen und kognitiven Fähigkeiten sowie ihren Voraussetzungen, in späteren Lebensphasen noch weitere Sprachen zu erlernen. - In all diesen Bereichen schneiden mehrsprachige Kinder in Studien im Vergleich zu einsprachig erzogenen Kindern besser ab.
 
Zu beachten ist jedoch dabei, dass diese Vorteile nur für solche Kinder gelten, die beide Sprachen auf einem hohen Niveau beherrschen. Wird eine oder werden gar beide Sprachen nur auf einem mittleren oder niedrigen Niveau verstanden und gesprochen, so können diese Kinder auch im Nachteil gegenüber einsprachig aufgewachsenen Kindern sein.
 
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Kinder zweisprachig zu erziehen, sollten Sie also von Vornherein darauf achten, dass beide Sprachen nicht nur häppchenweise, sondern korrekt und umfassend gelernt werden - ohne dabei natürlich Ihre Kinder unnötig unter Druck zu setzen.
 
Bei vielen Eltern gewinnt das Interesse an einer zwei- oder mehrsprachigen Kindererziehung gerade deshalb an Bedeutung, weil sie ihre Kinder besser auf die sich schnell wandelnde Welt vorbereiten möchten. Schließlich werden in vielen Lebensbereichen nationalstaatliche Grenzen immer unbedeutender und die internationale Mobilität wächst beständig, wodurch vielfältige und tiefgreifende Sprachkenntnisse immer wichtiger werden.
 
Den Kindern soll also mit einer mehrsprachigen Erziehung die Fähigkeit mit auf den Weg gegeben werden, sich in einer sich schnell wandelnden Welt einfacher zurecht zu finden und mit mehr Menschen kommunizieren zu können.
 
Die Gründe, Kinder zwei- oder mehrsprachig zu erziehen, sind aber auch in demographischen Ursachen zu finden.
 

Deutschland - Heimat unterschiedlicher Sprachen

Viele Eltern möchten, dass ihre Kinder nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch ihre eigene Muttersprache erlernen. Schließlich leben viele Menschen in der Bundesrepublik, die eine andere Muttersprache sprechen und diese Sprache auch gerne ihren Nachkommen mit auf den Weg geben möchten.
 
Zweisprachige Erziehung, aber auch das Interesse einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung damit, sind heute aktueller denn je - wie Ihnen folgende Entwicklungen der bundesrepublikanischen Bevölkerungsstruktur verdeutlichen sollen:
  • Rund ein Fünftel der deutschen Wohnbevölkerung weist einen sogenannten Migrationshintergrund auf. Als Menschen mit Migrationshintergrund werden vom Statistischen Bundesamt all jene, in Deutschland lebenden Personen gezählt, die seit der Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 eingewandert sind sowie deren Nachkommen. Die Mehrheit dieser rund 15 Millionen Menschen besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit, viele von ihnen sprechen aber neben der deutschen oft auch noch eine andere (Mutter)Sprache.
  • Bei Kindern unter fünf Jahren ist die Zahl derer, die als Kinder mit einem Migrationshintergrund gelten, sogar noch höher als beim Rest der Bevölkerung: Rund ein Drittel von ihnen hat zumindest einen Elternteil mit „nichtdeutscher“ Abstammung. In den meisten westdeutschen Großstädten liegen diese Zahlen meist sogar noch höher.
  • Etwa 10 % aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland sprechen darüber hinaus eine andere Sprache als Deutsch als ihre Erstsprache.
Wie Sie anhand dieser Zahlen sehen können, ist also eine zwei- oder mehrsprachige Erziehung sicherlich nicht die Ausnahme, sondern eine normale Erscheinung in einer pluralistischen Gesellschaft.
 
Konnten wir Ihr Interesse an diesem Thema mit diesem kurzen Text wecken? In den kommenden Wochen erscheinen auf diesem fachkundigen Blog weitere interessante Artikel, die sich mit dem Thema Zwei- und Mehrsprachigkeit bei Kindern auseinandersetzen werden.
 

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Über den Autor

Christoph Gollub (34) hat Pädagogik an der Universität Regensburg studiert sowie ein Zusatzstudium in Interkultureller Handlungskompetenz absolviert und ist seit dem Jahr 2006 in der Redaktion von Sprachenlernen24 tätig.
 
Zu seinen Aufgaben gehören die Mitarbeit am Sprachenlernen24-Blog, die Entwicklung neuer Sprachkurse und Lernkonzepte, redaktionelle Arbeiten und die Betreuung laufender Kursprojekte.
 
An Fremdsprachen spricht er fließend Englisch und Französisch.
Daneben hat er Grundkenntnisse in Spanisch und Polnisch.
Durch die Betreuung verschiedener neuer Sprachkurs-Projekte hat er sich zudem Basiskenntnisse in Arabisch, Hebräisch, Tschechisch und Russisch angeeignet.
 
Zu seinen privaten Leidenschaften gehören das Reisen, die Musik sowie lesen und Rad fahren.
 

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